Tee|o|sophie und Tee|o|sophisches

Psst! Hören Sie’s auch? – Wenn unsere Hamsterräder im Klima des „Mehr! Besser! Schneller!“ mal stillstehen – wie heute – dann fallen einem plötzlich Sachen auf, die man beim Rennen jeden Tag übersieht. Fühlen Sie sich eingeladen, bei einer Tasse Tee mit mir zusammen auf das zu schauen, was uns zu sehen gut täte.

Wenn alles still, aus und ruhig ist, was bleibt dann noch? Nichts? Eine Leere, die im ersten Moment erschreckend, im nächsten Moment bedrohlich und gleich danach nicht mehr auszuhalten ist? Wenn das Ihre erste Empfindung ist, dann wäre es gut, mit einem Coach zu sprechen 😉 Oder sich erstmal eine Tasse Tee zu kochen. Beim Aufgießen schon den Duft zu riechen. Und die Wärme zu fühlen. Das sind nämlich SIE! Es sind IHRE Hände an der Tasse. Es ist IHRE Zunge, die beim ersten Schluck verbrennt. SIE schmecken Zitrone-Ingwer, Pfefferminz oder was auch immer Sie sich da gerade aufgegossen haben. SIE bleiben übrig, wenn alles andere still ist. Und um SIE geht es in Ihrem Leben. SIE sind der/die Wichtigste! Dafür haben Sie jetzt Zeit: für sich.

Und für die Kleinigkeiten um Sie herum. Zum Beispiel Ihren Teebeutel-Anhänger. Auf meinem steht heute: „Eine Tat voller Güte wird immer Gutes bewirken“. Das kann man lesen und gleich wieder vergessen. Aber man kann auch darüber „tee|o|sophieren“:

„Güte“ – gibt es das überhaupt noch? Was für ein altbackenes Wort. So viele Menschen sitzen in meiner Praxis und berichten von Dingen, die sie tun, weil sie anderen Gutes wollen. Aber dann passiert etwas Unerwartetes: Ihre Tat wird von Beobachtern bewertet. Abgewertet. Womöglich zum Vorwurf gemacht. Da sieht es auf den ersten Blick gar nicht danach aus, dass die Tat „Gutes bewirken“ könnte. Jetzt haben wir doch einen Konflikt! Der andere sieht gar nicht, was ich im Sinn hatte. Im Gegenteil: Er verurteilt mich. Verzweiflung macht sich breit. Wie anders wäre es aber gelaufen, wenn der Beobachter nur beobachtet hätte? Vielleicht sogar irritiert gewesen wäre. Aber dann erstmal nachgefragt hätte: Was wolltest Du erreichen? Was hattest Du im Sinn? Für mich sah es soundso aus, aber was hast Du wirklich gesagt, getan, gemacht? Dann könnte der Handelnde offen legen, was er FÜR den anderen erreichen wollte. Dass er den anderen schätzt und deshalb Gutes tun wollte. So könnte Nähe zwischen den beiden Menschen entstehen. Vertrautheit und Vertrauen. Auch wenn das eigentliche Tun vielleicht nicht zum gewünschten Erfolg geführt haben mag. 

Tee|o|sophieren Sie gerne weiter! In dieser kleinen Teebeutel-Weisheit steckt noch viel mehr Inhalt, als sich hier in wenigen Worten aufschreiben lässt. Wir werden an anderer Stelle darauf zurückkommen. Im Rahmen meines Tee|o|sophie-Podcasts, der ab dem Frühjahr auf dem Programm steht. Mein kleiner Beitrag zum Klimawandel: Alltagsweisheiten, die uns wärmen, abkühlen, motivieren, begeistern, beruhigen, umdenken, innehalten lassen. Damit unser Leben wieder menschlicher wird.