Der Coach hilft bei langen Wartezeiten an der Couch

Diese Schlagzeile in der Tagespresse bewegt heute die Gemüter: „Jedes Jahr 7000 Frührentner wegen psychischer Probleme“ (HAZ, 13.12.11). Waren es früher Rückenleiden oder Herz-Kreislauf-Erkrankungen, die zu Frühverrentung führten, sind jetzt in mehr als einem Drittel der Fälle psychische Störungen die Ursache. Beklagt werden die Kosten, die Unternehmen, Kranken- und Rentenversicherungen anfallen, wenn „jedes Jahr eine Kleinstadt in Frührente“ gehen muss. Außerdem werden die langen Wartezeiten kritisiert, die ein Patient vor seinem ersten Besuch beim Psychotherapeuten in Kauf nehmen muss.

Dazu (m)ein Leserbrief:

Warum muss eigentlich das Kind immer erst in den Brunnen fallen, bevor wir den Handlungsbedarf sehen? Bevor wir eine Kleinstadt früh verrenten müssen, sollten wir den Menschen rechtzeitig Wege zeigen, mit ihren Problemen umzugehen!

Wer das Thema ernst nimmt und sich auskennt, weiß schon lange, dass Menschen mit psychischen Problemen keine „Schraube locker“ haben. Sie haben dieselben Probleme mit ihrem Leben wie Du und ich. Vielleicht stärker. Vor allem aber ohne Bewältigungsstrategien, die ihnen die Bewältigung ihres Alltags ermöglichen!

Selbstverständlich gibt es Menschen, die an schwerwiegenden psychischen Störungen leiden. Ihnen mit der gebotenen medizinischen Fachbetreuung (und ggf. auch beruflichen Freistellung) Erleichterung zu verschaffen, ist wichtig, frag- und alternativenlos.

Aber braucht wirklich jeder Mensch, der sich über seine persönlichen Grenzen hinaus verausgabt, einen Therapeuten? Braucht jeder, den Wechseljahre, Ehescheidung, berufliche Probleme o.ä. in eine Lebenskrise stürzen, einen Psychotherapeuten? Aus eigener Erfahrung als Personal Coach weiß ich, dass viele Nöte im Rahmen eines Coachings den geschützten Raum, die Zeit und Aufmerksamkeit bekommen, um ihren Schrecken zu verlieren. Menschen gehen gestärkt aus ihrer Krise hervor und stehen mit beiden Beinen mitten im Leben. Ohne drei Monate oder mehr auf einen Termin beim Psychotherapeuten gewartet zu haben!

Deshalb: Zeigt den Menschen Wege zu einem der vielen Personal Coachs, damit sie sich mit ihren individuellen Nöten auseinandersetzen können, bevor es zu spät ist und sie völlig verzweifeln! Dann haben auch die Psychotherapeuten mehr Luft, um den wirklich therapiebedürftigen Menschen kurzfristig zu helfen!

Nikola Meyerhoff

P.S.:
Menschen in den 40ern wegen psychischer Probleme früh zu verrenten, ist nicht nur ein Problem für die Unternehmen und Krankenkassen, wie Sie schreiben, sondern auch für die Betroffenen selbst!

Ganz abgesehen davon, dass der Leistungsdruck in der Gesellschaft nur Berufstätige, besser noch beruflich erfolgreiche Menschen wertschätzt, möchten diese Menschen sinnvoll am Gesellschaftsleben teilnehmen! Viele wären froh, wenn sie mit sich und ihren psychischen Nöten so weit klar kämen, dass sie „ein ganz normales“ Leben führen und sinnvolle Aufgaben wahrnehmen könnten!

Auch um ihretwegen ist es wichtig, diesen Menschen geeignete Unterstützung zu ermöglichen! Dafür brauchen wir sicherlich auch mehr Psychotherapeuten. Aber in vielen Fällen hülfe auch ein Coaching im Vorfeld, um psychische Krankheiten gar nicht erst entstehen zu lassen! Genau daran arbeite ich als Personal Coach: Menschen setzen sich bei mir in geschütztem Rahmen mit den Themen auseinander, unter denen sie leiden. Dadurch können sie sie verstehen und lernen, damit so umzugehen, dass sie ihre Macht und ihren Schrecken verlieren.

Coachings für Manager sind in Firmen schon keine Seltenheit mehr. Aber nur wenige sehr fortschrittliche Unternehmen arbeiten mit Coachs zusammen, die sich den seelischen Nöten der „ganz normalen“ Angestellten annehmen. Um sie zu unterstützen, um ihre Leistungsfähigkeit zu sichern und nicht zuletzt auch, um den Krankenstand, die Krankheitskosten und die Kosten der Frühverrentung im Unternehmen zu optimieren!