Ferienzeit: Etwas vom Abfahren und vom Ankommen

wolken

Na, was ist mit Ihnen?
Sind Sie eher ein „Wegfahrer“ oder ein „Ankommer“, wenn es um den Urlaub geht?

Beginnen Ihre Ferien damit, den Alltag hinter sich zu lassen, Steuererklärung-Kollegen-und-Co für zwei Wochen vergessen zu dürfen und sich mal 14 Tage lang nicht um Haus-Garten-und-Auto kümmern zu müssen? Oder ist es für Sie bedeutsamer, in die Stille des Feriendomizils einzutauchen, die veränderte Luft zu atmen und den fremden Urlaubsort zu entdecken? Beginnt Ihr Urlaub, wenn Sie im Auto sitzen, oder erst, wenn die 10 Stunden Autofahrt endlich überstanden sind?

Was nehmen Sie aus der Heimat mit in den Urlaub? Haben Sie Ihre Lieblingsmarmeladen für das Frühstück dabei? Mussten alle Ihre Lieblingsoutfits mit oder sind Sie im Gegenteil mal froh, zwei Wochen lang nicht über Ihr Outfit nachdenken zu müssen? Es zu wagen, zwei Wochen lang ungestylt und ungeschminkt durchs Leben zu gehen? Hier kennt mich ja niemand!

Für den einen liegt der Erholungseffekt im Tapetenwechsel, im Abschalten und in der Luftveränderung. Er muss etwas Lästiges oder gar Belastendes, jedenfalls eine Last, hinter sich lassen. Sich abgrenzen. Eine Grenze setzen. Einen Weg zurücklegen, um Abstand zwischen das eine und das andere zu bringen. Für den anderen können die Ferien hier und jetzt beginnen. Ab sofort ist es soweit. Ab jetzt sehe ich alles durch die Urlaubsbrille. Zwei Wochen lang mal nichts müssen. Ich komme endlich mal wieder zu mir. Ich komme bei MIR an. Die (An-) Forderungen von außen werden leise, ich drehe den Ton meines Inneren lauter. Was höre ich da? Welche Wünsche wollen endlich mal gelebt werden? Welche Gefühle fordern Raum?

Für den einen heißt Urlaub etwas Neues/Anderes erleben. Sich in die fremde Kultur stürzen, Erfahrungen am unbekannten Ort sammeln, sich zurechtsuchen und -finden, ausprobieren und mögen oder nicht mögen, auf jeden Fall tun. Für den anderen ist es Urlaub, wenn er weiß, wo er ist. Wenn er nicht suchen muss, sondern schon kennt. Wenn er auf sich zukommen lässt und dabei von Anfang an Energie tanken kann und keine investieren muss.

Im Idealfall treffen sich beide in ihrem Urlaub dort, wo sie „abgeschaltet“ haben. Sich auf ihre freie Zeit eingelassen und alles andere losgelassen haben. Wo sie für einige kostbare und energiespendende Augenblicke zur Ruhe gekommen sind. Einfach sind. Bei sich angekommen. In diesem Moment. Jetzt. Ohne Gedanken an vorhin oder gleich.

(…)

Hoffentlich haben sich am Ende beide gut genug erholt, um die abschließende Herausforderung locker zu bewältigen: Der Wegfahrer muss zurück. Der Ankommer muss aufbrechen.

Ist vielleicht alles nur eine Frage der Reihenfolge? Sind wir nicht alle ein bisschen von beidem? Und wären gerne ein bisschen mehr vom einen oder vom anderen? Schön, dass wir sind! Und gut, dass wir im Urlaub etwas ander(e)s werden können.